Lüttich und die (zu) schnellen Erklärungsmuster

Kein terroristischer Hintergrund – der Täter hatte sich gerade selbst gerichtet, die Opferversorgung war noch in vollem Gange, aber diesen Handlungshintergrund konnten die belgischen Ermittlungsbehörden  ausschließen! Woran kann man das erkennen? Wollen nicht gerade Selbstmordattentäter morden, um sich dann selbst zur richten und damit den Weg ins Paradies einzuschlagen? Der Täter sei wegen Drogenhandels schon mehrfach mit der Justiz in Konflikt. Seine Verärgerung darüber könne ein Motiv sein. Warum nicht aber auch, das er wie viele andere im Gefängnis “geläutert” zu einem strenggläubigen Islamisten wurde? Und dann sei er auch noch Waffennarr – davon gibt es viele, nicht nur in Belgien, was erklärt das? Mit etwas Pech könnten die Ermittlungsbehörden ihre rasante Ersteinschätzung zu revidieren haben, wenn vielleicht sogar noch eine Bekennung zur Tat auftaucht. Als zusätzlicher Kollateralschaden wäre das eine Steilvorlage für die Rechte Szene in Belgien diesen Massenmord mit Ihrer Rhetorik belegen und für die eigene Propaganda nutzbar  machen zu können. Dem Staat, den Ermittlungsbehörden würde dann Vertuschung vorgeworfen, nichts wäre so gewonnen. Warum also diese überstürzten Erklärungsmuster?

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