Notrufknopf und Denunziator 2.0! Totschlagsargumente verhindern erforderliche Diskussion

Endlich macht Politik Ernst mit Schutz / Jugendschutz im Netz. Was in der analogen Welt eine Selbstverständlichkeit ist (Jugendliche können keine Pornos am Kiosk kaufen, sie werden nicht in einer Vitrine für Pädophile ausgestellt, sie sehen, wer sie vor anderen bloßstellt und haben eine Chance sich zu wehren), soll nun auch mehr und mehr Wirklichkeit im Netz werden. Auf Zeit Online war dazu gestern zu lesen: “Jugendschutz Ministerin Schröder will Notrufknopf gegen bedrohliche Netzinhalte.Ein Internet-Schutzzentrum soll Kinder zukünftig vor Missbrauch und Mobbing im Netz schützen. Der Familienministerin schwebt zudem ein Notrufbutton vor – eine alte Idee.” Alt heißt im Klartext zwei Jahre. Alt heißt auch, dass die dramatische Entwicklung bezüglich Cybermobbing, Anmache etc. vorausgesehen wurde.Dazu will sie einen zentralen Notrufbutton organisieren – die Blaupause dazu ist unter http://www.bdk.de/fachthemen/web-patrol auffindbar.”Kritiker nennen solche Systeme allerdings “Denunziator 2.0″ und verweisen auf “Missbrauchsmöglichkeiten.”Welcher Missbrauch konkret? Mit der Wortwahl Missbrauch und Denunziator wird die erforderliche Auseinandersetzung im Keim erstickt. Man nennt das auch Totschlagsargument! Haben die Kritiker sich mit dem Projekt webpatrol überhaupt inhaltlich beschäftigt? Jugendliche, mit denen ich Kontakt habe, fordern Hilfe aus der Erwachsenwelt, damit sie sich sicher im Netz aufhalten können. Das wegklicken nach dem St.Floriansprinzip wollen sie nicht, weil sie sich der Verantwortung gegenüber anderen bewusst sind.

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